Blogparade: Reisespiele

Reisespiele? Sind das nicht diese miniaturisierten Brettspiele, die man früher auch mal von der Fluggesellschaft geschenkt bekommen hat? Da befindet sich in meiner Sammlung ein SCRABBLE mit Faltplan (ca. 15×15 cm) und Haftbuchstaben von Lufthansa. Aber auch Spieleverlage bringen von erfolgreichen Spielen immer mal wieder Reiseversionen, die im Gepäck wenig Platz wegnehmen oder auch im Zug gespielt werden können. Im Zeitalter von Tablets und Smartphones fürchte ich allerdings, werden solche Ausgaben langfristig eher weniger werden. Unterwegs CARCASSONNE? Da ist die iOS-App einfach super (Review hier). Und weitere gute Beispiele lassen sich aufzählen.

Wenn Spieler auf Reisen gehen, haben sie natürlich immer ein paar Spiele dabei. Eigentlich steht die von spieltz.de entworfene Blogparade ja unter dem Motto „Die besten Reisespiele“. Ich denke (und habe es auch schon gesehen), dass darüber schon einige gute Tipps auf verschiedenen Blogs erschienen sind. Deshalb will ich hier keine „Best-of-Liste“ veröffentlichen, sondern von ein paar eigenen Erfahrungen mit Spielen auf Reisen berichten.

Spielend auf Reisen

Meist machen wir Urlaub irgendwo in Deutschland in einer Ferienwohnung. Da sind immer eine Menge Spiele im Gepäck, die wir vornehmlich zu zweit spielen können. Und da die beste Ehefrau von allen (um mal einen bekannten Autor zu zitieren) eher Gelegenheitsspielerin ist und Würfelspiele liebt, sind immer dabei: HECKMECK und QWIXX. Die beiden Spiele haben auch den Vorteil, dass sie wenig Platz einnehmen, so dass sie auch bei unseren Radtouren ins Gepäck passen.

Vor einigen Jahren machte ich mit meinem Bruder und meiner Tochter eine Rundreise durch Peru und Bolivien, die dort ihr FSJ verbrachte. Wir flogen nach Cusco, besuchten von dort aus Machu Picchu, tourten als Rucksacktouristen durch Peru und überquerten den Titicacasee von Puno nach Copacabana mit dem Boot (ca. 100km, doch das ist eine ganz eigene Geschichte) und besuchten danach noch La Paz, Coroico, Cochabamba und Santa Cruz de la Sierra. Lange Flüge und zweieinhalb Wochen unterwegs, da musste natürlich auch etwas zu spielen mit. Wenn man allerdings auf Höhen zwischen 2500 und 4000m sein Gepäck selbst tragen muss, darf es nicht zu schwer sein. Trotzdem kamen einige Kartenspiele mit: BOHNANZA, ein Skatblatt und DOMINION-INTRIGE. Alles zusammen passte prima in zwei Plastikkästchen, wie sie für Sammelkarten gemacht werden. Da war sogar noch Platz für ein paar Karten aus dem Dominion Grundspiel. Mit beschrifteten Trennkarten war auch ein schneller Zugriff möglich. Ich vergesse nie, den Dominion-Nachmittag in einer Kneipe in Cusco, als wir einen zusätzlichen Aufenthaltstag hatten, weil aufgrund von Strassenblockaden kein Bus in Richtung Titicacasee fuhr. Besonderes Interesse an den Spielkarten hatte auch bei der Ausreise der bolivianische Zollfahnder auf der Suche nach Drogen 😉

Spielend gesund werden

Sind wir mit der Familie unterwegs, bleiben wir meistens unter uns. Ganz andere Erfahrungen habe ich Anfang des Jahres in einer Rehaklinik gemacht. Dort bin ich ja erst einmal alleine angereist. Natürlich hatte ich dank eines Chauffeurs neben den kurüblichen Utensilien auch ein paar Spiele im Gepäck, hoffte ich doch auf mitspielwillige Mitpatienten. Schließlich hat man da ja doch vor allem an den Abenden viel Zeit. Ja, es gab durchaus spielende Patienten, eine Skatrunde sah man öfters und auch PHASE 10 war sehr beliebt. Problematisch war allerdings die Örtlichkeit, schloss die Cafeteria doch außer an Tagen mit Fußball-Live-Übertragungen bereits um 20 Uhr. Nachfrage nach geeigneten Örtlichkeiten in der Klinik offenbarten ein aus Spielersicht großes Defizit. Immerhin traf ich einen Patienten, der auch anspruchsvollere Spiele liebte und so kam es zu einigen Partien und auch DOMINION. Immerhin konnten wir mit PORT ROYAL auch einen weitere Patienten überzeugen mitzuspielen. Allerdings war festzustellen, dass der Altersdurchschnitt der meisten Patienten so ca. um die 70 Jahre betrug und wenn gespielt wurde, kamen eben eher die oben genannten Klassiker auf den Tisch. Die Bereitschaft mal was Neues kennenzulernen war leider nicht vorhanden. Zwei Wochen schwärmen von originellen neuen Spielen brachte es dann immerhin noch zu einigen sehr lustigen Spielrunden mit ANNO DOMINI und . Fazit für die nächste Kur: eher Spiele für zwei Personen mitnehmen und hoffen, dass der Verbesserungsvorschlag, eine Spielmöglichkeit auch nach Schliessung der Cafeteria zu ermöglichen, auch verwirklicht wurde.