Rezension: Mein Traumhaus

Schaffe, schaffe, Häusle baue. Als gebürtiger Schwabe habe ich das so in die Wiege gelegt bekommen. Aber halt! Hier ist es anders!

Bei Mein Traumhaus aus dem Hause Pegasus heißt es „Spiele, spiele, Häusle bauen“. Oder noch genauer: Sammle und schnapp deinen Mitspielern die Karten weg! Wie genau lest ihr im Folgenden.

Eckdaten

  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Alter: 8+
  • Spieldauer: 30-45 Min.
  • Preis: 25 Euro UVP, hier auf Amazon bestellen

Spielmaterial

Spielkarten von Mein Traumhaus

Spielkarten

Für jeden Spieler ist ein Tableau vorgesehen, das ein leeres Haus abbildet. Darüber hinaus gibt es 60 Raum- und 49 Spezialkarten. Spezialkarten können Dekorationen, Helfer, Werkzeuge oder Dekorationen sein. Weiterhin verstecken sich im Spielekarton ein Haus als Marker für den Startspieler, ein paar Dekorationsplättchen und ein Spielplan für die Kartenauslage. Zuletzt ist noch ein Wertungsblock und gnädigerweise eine Spielhilfe für jeden Spieler zu finden. Alles in allem robustes Material, nichts besonderes und auch keine übertrieben große Mogelpackung. Schön anzuschauen sind die Zeichnungen allemal!

Spielziel

Baue das schönste Haus! Schön ist aber nicht, was DIR gefällt, sondern was reichlich Punkte reinbringt. Das Spiel endet, sobald alle gleichzeitig Spieler ihr Haus fertiggestellt haben. Dieser Zeitpunkt stimmt mit dem Ende des Nachziehstapels überein. Dann gibt es für jede auf dem Haus abgelegte Karte Punkte. Gut sind hierbei große Zimmer, also mehrere aneinandergereihte Raumkarten des gleichen Typs. Dekorationen geben Punkte, vollständige Dächer mit vorzugsweise noch Dachfenstern, einige Räume unter bestimmten Voraussetzungen. Außerdem gibt es Sonderpunkte wenn das Haus die typischen Grundvoraussetzungen erfüllt, also über mindestens eine Küche, ein Bad und ein Schlafzimmer verfügt oder aber in jedem Stockwerk mindestens ein Badezimmer ist.

Spielablauf

Spielsituation von Mein Traumhaus

Spielsituation

Das Spiel verläuft über insgesamt zwölf Runden. In jeder Runde nehmen sich die Spieler reiheum vom Startspieler aus beginnend eine Raum- und eine Spezialkarte. Diese liegen gepaart auf dem Spielplan aus. Raumkarten werden sofort auf das Tableau gelegt. Bei Spezialkarten ist dies von der Art abhängig. Dächer werden verdeckt vor sich abgelegt, während übrige Karten auf einen sofortigen oder späteren Einsatz warten.

Das Bauprinzip ist einfach und intuitiv: Eine Raumkarte kann in beliebigem Stockwerk an beliebige Stelle gelegt werden, sofern untendrunter bereits ein Raum als Stütze gebaut ist. Ansonsten dürfen Kellerkarten nur ganz unten abgelegt werden und der Rest nur in den oberen beiden Stockwerken. Sollte es vorkommen, dass von der Auslage bereits so viel weggeschnappt wurde, dass die gewählte Raumkarte nicht mehr sinnvoll anzubauen ist, dann wird die Karte kurzerhand umgedreht und ein leerer Raum gebaut. Dieser gibt am Ende zwar keine Punkte, kann aber immerhin andere Räume als Stütze tragen.
Bei manchen Raumarten lohnt es sich, mehrere der gleichen Sorte nebeneinander zu legen, da deren Wert quadratisch steigt. Hier aber Vorsicht: Sollte man bereits eine Dekoration in den Raum gelegt haben, gilt dieser als abgeschlossen und darf nicht mehr erweitert werden. Timing durch Mitzählen der Karten ist also gefragt, um sich seine Chancen auszurechnen, was noch kommen kann.

Wer sich einen Vorteil bei der Auswahl in der nächsten Runde gönnen möchte, also Startspieler werden will, nimmt sich statt einer Spezialkarte die Startspielerkarte. Das hat hohe Opportunitätskosten und eigentlich hofft man eher, dass der Spieler direkt vor einem diese Aktion durchführt und man so wenigstens als Zweiter drankommt. Denn die Spezialkarten haben es in sich: So erlauben sie beispielsweise am Ende Räume auszutauschen, Dekorationen zu legen, die Verknüpfung von Raum- und Spezialkarten in der Auslage zu ändern, geben Sonderpunkte am Ende und, und, und.

So vergeht Runde um Runde, bis der Nachziehstapel aufgebraucht

Bewertung

Nun zur Abschlussbewertung. Hier nochmal ein Hinweis auf unsere Skala.

Kategorie Kritik Note
Spielspaß
(doppelt gewertet)
Durch die einfachen Regeln entstehen kaum lange Pausen. Mein Traumhaus spielt sich flüssig und überzeugt mit seinem interessanten Thema. Kritik ist höchstens an dem hohen Ärgerfaktor auszusetzen, wenn das Glück bei der Kartenwahl mal wieder nicht mitgespielt hat. 6
Langzeitmotivation
(doppelt gewertet)
Im Grunde gibt es keine großen Taktiken. Mehrere Räume der gleichen Art zu haben, bringt verhältnismäßig mehr Punkte als alles andere (Bsp: Ganze 9 Punkte für ein Wohnzimmer aus 3 Teilen). Daher ist die Langzeitmotivation leider nur sehr gering. 2
Atmosphäre
(doppelt gewertet)
Wer wollte nicht schon immer sein eigenes Traumhaus einrichten? Selbst Architekt sein, wie atmosphärisch! Leider ist das so nicht möglich. Unweigerlich wird gebaut, was Punkte bringt und nicht, was man für hübsch empfindet. Klar wäre sowas auch schwierig umzusetzen. Aber dann soll man es auf der Schachtelverpackung auch nicht versprechen. 1
Innovationscharakter
(einfach gewertet)
Architekt spielen ist nicht in vielen Spielen möglich, das Thema in jedem Fall innovativ. Der Mechanismus hingegen entspricht vielen anderen Legespielen wie beispielsweise Kingdomino. 4
Komplexität
(einfach gewertet)
Mein Traumhaus hat zwar einfache Regeln, ist aber durch seine Vielzahl an Karten nicht sofort zu durchschauen. Ein richtiger Taktiker müsste im Grunde ständig mitzählen. Gott sei Dank spielt es sich auch aus dem Bauch heraus recht erfolgreich. Das spricht aber leider nicht zu sehr für die Komplexität. 4
Aufbereitung
(doppelt gewertet)
Anständiges Material, das nicht sofort zerbröselt. Mehr aber auch nicht. Bei der Übersichtskarte ist es ein wenig nervig, ständig zwischen Vorder- und Rückseite zu wechseln. Und auch die Dekorationen hätten zur besseren Sichtbarkeit dreidimensional sein können. 5
Gesamtnote Eine tolle Spielidee mit ein paar Ecken und Kanten. Eine Erweiterung mit neuen Karten würde die Langzeitmotivation deutlich erhöhen. So bleibt Mein Traumhaus ein Spiel, das man einmal spielt und nie wieder. Es sei denn, dass man Kinder hat. Als Familienspiel kann sich Mein Traumhaus durchaus etablieren. Zumindest bis die Kinder die Haupttaktik verstanden haben. Nicht geeignet ist es hingegen für den studentischen Freundeskreis. 4

Zweitmeinung

Name Note Anmerkungen
Michael  6 Solides Familienspiel, das auch schon jüngere Kinder mitspielen können. Ich finde das Nehmen der Kartenpaare durchaus originell, das gab es so bisher kaum.