Rezension: Raptor

Eines meiner Weihnachtsgeschenke war Raptor aus dem Hause Pegasus, das ich von der lieben Jessi geschenkt bekommen habe. Es handelt sich um ein asymmetrisches Zwei-Spieler-Spiel, indem eine Gruppe von Forschern prähistorische Raptorenbabys einer wütenden Mutter entreißen will. Ja, es ist wirklich so traurig, wie es klingt 🙁 Da wir aber durch diverse Jurassic-Park-Filme abgebrüht sind, haben wir uns an einige Partien gewagt. Im Folgenden nun die Rezension:

Eckdaten

  • Spieleranzahl: 2
  • Alter: 9+
  • Spieldauer: 15-30 Minuten
  • Preis: EUR 22,95, hier auf Amazon bestellen

Spielmaterial

Spielaufbau des Spiels Raptor aus dem Hause Pegasus

Spielaufbau

Die Schachtel ist ungewöhnlich groß für ein Zwei-Spieler-Spiel. Dafür ist auch einiges drin: Ein variables Spielbrett, Hügel, verschiedene Marker, Karten und viele kleine Figuren von Raptoren und Forschern, die darauf warten, angemalt zu werden. Das Material ist durchaus hochwertig. So ist beispielsweise jede Spielfgur individuell. Kein einziger Forscher taucht doppelt auf. Außerdem ist das Spielbrett wendbar, d.h. je nach Lust und Laune kann man das Szenario im Urwald oder der Steppe spielen, je nach dem auf welche Seite man das Spielbrett dreht. Solche Kleinigkeiten gab es u.a. bereits in dem Spiel Vienna aus dem Hause Schmidt.

Weiterhin ist die Schachtel auch innen bedruckt, was heutzutage leider immer noch nicht zum Standard gehört. Lediglich ein paar Plastikbeutel für die spätere Aufbewahrung hätte man noch beilegen können.

Spielziel

Da es sich um ein asymmetrisches Spiel handelt, gibt es zwei Spielziele. Der Spieler, der die Forscher kontrolliert, muss drei Raptorenbabys fangen oder der Mutter fünf Betäubungsschüsse versetzen. Der andere Spieler muss dafür sorgen, dass entweder mindestens drei Babys flüchten können oder aber, dass die Mutter alle Forscher frisst. Somit ist eine traurig-brutale Stimmung vorbereitet. Forscher werden gefressen und Babys der Mutter enteignet.

 

Spielablauf

Plastikfiguren einer Gruppe von Forschern aus dem Spiel Raptor aus dem Hause Pegasus

Forschergruppe

Plastikfiguren von Raptorenbabys und ihrer Mutter aus dem Spiel Raptor aus dem Hause Pegasus

Raptoren

Das Spielprinzip ist recht simpel. Zu Beginn verteilt zunächst der Raptor-Spieler seine Figuren auf den einzelnen Kacheln des Spielbretts, danach der Forscher-Spieler seine am Rand des Brettes. Danach werden drei von neun Karten aus einem für jeden Spieler individuellen Kartendeck gezogen. Von diesen Karten legen beide Spieler Runde für Runde eine Karte verdeckt ab. Danach werden diese gleichzeitig umgedreht, die Spieler führen ihre Aktionen aus und ziehen anschließend eine Karte nach. Sollte keine Karte mehr zum Nachziehen da sein, wird einfach der Ablagestapel gemischt.

Der spezielle Mechanik des Spiels ist nun die folgende: Alle Karten sind von 1 bis 9 nummeriert und erlauben verschiedene Aktionsmöglichkeiten, wie z.B. Feuer zu legen, Figuren zu bewegen, etc. Ausführen darf seine Aktion aber nur der Spieler, der die Karte mit der niedrigeren Nummer gelegt hat. Was ist dann der Vorteil hohe Karten zu legen? Ganz einfach: Der Spieler, der die höhere Karte gelegt hat, bekommt die Differenz der beiden Zahlen auf den Karten als Aktionspunkte gut geschrieben, mit denen er dann je nach Rolle Forscher fressen darf oder Babys betäuben oder Babys aufwecken oder, oder, oder.

 

Alle neun Karten des Raptor-Spielers im Spiel Raptor aus dem Hause Pegasus

Raptor-Karten

Alle neun Karten des Forscher-Spielers im Spiel Raptor aus dem Hause Pegasus

Forscher-Karten

Festzuhalten ist, dass man nur durch Aktionen, die einem Aktionspunkte gewähren und nicht durch Aktionen, die auf einer Karte stehen, dem Spielziel näher kommen kann. Das Spiel ist also durchzogen von dem Dilemma hohe Karten legen zu wollen, um viele Aktionspunkte zu bekommen und der Notwendigkeit niedrige Karten legen zu müssen, um sich beispielsweise neu zu positionieren, die Karten neu zu mischen oder einfach nur um im richtigen Moment, wenn der Gegner selbst nur noch niedrige Karten auf der Hand hat, die hohen Karten rauszuhauen. Gespielte Karten werden nämlich zur Gedächtnisstütze für beide Spieler offen abgelegt.

Gespielt wird so lange, bis eine der Zielbedingungen eingetreten ist. Bis dahin ist Raptor durchweg spannend. Forscher fahren mit dem Jeep durch den Urwald, die Raptormutter legt den Forschern Hinterhalte und Feuer breiten sich aus. Ausweglose Situationen können mit geschickt gespielten Karten herumgerissen werden.

 

Bewertung

(Erläuterung zur Skala: hier)

Kategorie Kritik Note
Spielspaß
(doppelt gewertet)
Asymmetrische Zwei-Spieler-Spiele haben immer einen gewissen Charme. Raptor erinnert vom Spaßfaktor stark an Duell im Felsental, auch wenn letzteres vom Spielgefühl mehr Spaß macht. 7
Langzeitmotivation
(doppelt gewertet)
In den Testrunden ist aufgefallen, dass der Raptor-Spieler es etwas schwieriger hat. Es müssten ein paar Hausregeln her. Die normalen Regeln motivieren nicht, das Spiel jede Woche neu auszupacken 3
Atmosphäre
(doppelt gewertet)
Hier punktet das Spiel voll und ganz. Die Immersion ist gelungen. Selbst der Forscher-Spieler trauert mit der armen Mutter, die ihre Babys entrissen bekommt. 10
Innovationscharakter
(einfach gewertet)
Die Mechanik des Kartenlegens ist mir bisher nie unter die Nase gekommen. Ebenso ist das Dinosaurier-Thema nicht allzu verbreitet. Lediglich in Sachen asymmetrischer Zwei-Spieler-Spiele ist Raptor kein Pionier mehr. 7
Komplexität
(einfach gewertet)
Obwohl die Regeln einfach sind, überzeugt die Optimiermechanik sowie das ständige Einschätzenmüssen des Gegners. Komplexität ist also gegeben! 7
Aufbereitung
(doppelt gewertet)
Wenn ihr euch die Bilder etwas genauer anschaut, merkt ihr, dass Raptor sein Geld wert ist. Schönes Material, übersichtliche Darstellungen. Gute Anleitung mit vielen Beispielen und Tipps. 9
Gesamtnote Die abgerundeten 7 Punkte hat sich Raptor redlich verdient. Hier hat Bruno Faidutti (mein Lieblingsautor) gute Arbeit geleistet und sich erstmals auf das Terrain der Zwei-Spieler-Spiele gewagt. Das Spiel ist allen Dinosaurier-Fans mit Partner wärmstens empfohlen.  7

 

Weitere Bilder:

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